• Ütia Crëp de Munt in Alta Badia
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Crëp de Munt - Alta Badia

Eine kleine Geschichte der Crëp de Munt-Hütte

Crëp de Munt
Interview mit Helga Costner, der früheren Besitzerin der Crëp de Munt-Berghütte
27. Mai 2016
Interview und Text: Heidi Niederkofler

Die Geschichte der Berghütte Crëp de Munt beginnt im Jahr 1953, dem Jahr der Erbauung. Wie so oft, sind auch hier die Anfänge etwas uneindeutig: Bereits vor der Erbauung gab es eine kleine Hütte, diese befand sich etwas oberhalb der Bergstation des Schiliftes. Germano Costner, der erste Hüttenwirt der Crëp de Munt, verlegte den Standort und errichtete an der heutigen Stelle die Berghütte, nachdem er das Grundstück von den früheren Besitzern aus Platten gekauft hatte.

Germano Costner wurde 1918 in Kolfuschg/Colfosco/Calfosch geboren, wo er gemeinsam mit 16 Geschwistern am Bauernhof aufwuchs. Als junger Mann absolvierte er die Schilehrer- und Bergführerprüfung und sammelte im Cervino-Gebiet in der Valle d'Aosta vielfältige Erfahrungen als Schilehrer und Bergführer. Wieder im Gadertal, pachtete der gelernte Bergführer um 1950 die Berghütte Piscadù, die er 30 Jahre lang in den Sommermonaten bewirtschaften sollte, gemeinsam mit seiner Frau Gretl Gassner Costner, geboren 1918, und den Töchtern Edith, Helga, Elfriede und Claudia.

Sommers lebte und arbeitete die Familie hoch oben am Berg auf der Piscadù-Hütte, winters wohnte die Familie in Kolfuschg, Gretl kümmerte sich um die Familie und Germano war weiterhin als Schilehrer tätig. Die bereits ab 1953 im Besitz der Familie befindliche Crëp de Munt-Berghütte wurde bis zum Jahr 1966 verpachtet, teilweise wurde sich auch an Jugendgruppen zur Sommerfrische vermietet.

Nach verschiedenen Pächtern übernahm 1966 die knapp zwanzigjährige Edith Costner, die älteste der Schwestern, die Bewirtschaftung der Crëp de Munt. Den bestehenden Schlepplift hat die Familie Costner dem früheren Besitzer, Giarone Costamoling, abgekauft.

Die letzte Besitzerin der der Hütte, Helga Costner, stieg 1970 in den Familienbetrieb ein. Zuvor hatte sie sechs Jahre in einem Hotel in Sterzing in der Küche gearbeitet – den Umstieg auf die Arbeit in der ausgesetzten und sehr einfach gehaltenen Hütte beschreibt sie als sehr herausfordernd.

Ich war nicht vorbereitet auf das Arbeiten auf einer Berghütte. Wir waren da oben allein, in den ersten Jahren gab es kein fließendes Wasser und keinen Strom. Das Wasser wurde vom Tal nach oben transportiert, im Winter wurden die gefüllten Kanister auf einen Schlitten gespannt und dieser wurde vom Schlepplift bergauf gezogen. Geheizt und gekocht wurde mit Holz, für die Beleuchtung hatten wir Gaslampen und Kerzen. Alles, was auf der Hütte benötigt wurde, musste hochgebracht werden: Im Sommer konnte dafür der Lastenlift benutzt werden, im Winter war dies nicht möglich. Da ist alles mit dem Lift hochgezogen worden oder mit der Rückenkraxe von einem Träger oder vom Vater hochgetragen worden."

Die Schwestern Edith und Helga Costner schliefen die ganze Saison über auf der Hütte, dort stationiert waren auch der Lastenträger, das Personal und zwei Liftmänner. Die Abende wurden kartenspielend verbracht, im Schein der Kerzen oder der Gaslampe.

Die Crëp de Munt-Berghütte hatte in den ersten Jahren nur drei Tische im Lokalbereich und eine recht kleine Terrasse, doch an Arbeit mangelte es nicht. Edith und Helga versuchten so gut als möglich mit den begrenzten Mitteln zu wirtschaften. In der Küche gab es nur zwei Gasflammen zum Kochen sowie den Holzherd. Die Spüle war behelfsmäßig organisiert: Auf zwei Stühlen standen zwei Schaffl, zwei große Behälter, in dem einen wurde gespült und in dem anderen wurde das Geschirr abgestellt. Das schmutzige Spülwasser wurde in die Toilette bzw. Plumpsklo geleert.

Bekannt war die Hütte für Spiegeleier mit Speck auf Röstkartoffeln. Auf der Speisekarte standen zudem Gemüsesuppe mit oder ohne Wurst, Spaghetti mit Ragout, Würstel mit Kartoffeln und Kraut, Gulasch mit Knödeln. Wenn Gäste die Wirtin fragten, wie sie die Knödel mache, so lautete die Antwort der schlagfertigen Helga: „Rund!"

Da es auf der Hütte weder Strom noch fließendes Wasser gab, hatte die Crëp de Munt auch jahrelang keine Kaffeemaschine. Die Wirtinnen ließen sich deshalb für die Gäste etwas Besonderes einfallen, und zwar die Gamsmilch. Für das heiße alkoholische Getränk, in dem ausreichend Eierlikör nicht fehlen durfte, wurde Crëp de Munt bekannt. Helga Costner verrät das genaue Rezept nicht, es ist und bleibt ein Familiengeheimnis.

Mit den Jahren wurde die Berghütte technisch besser ausgestattet und vergrößert. Anfang der 1970er Jahre wurde die Wasserleitung verlegt, einige Jahre später ist elektrischer Strom eingeleitet worden. Der Speisesaal, die Toiletten und der Keller wurden 1981 errichtet, die Terrasse Mitte der 1980er Jahre erweitert, im Jahr 1995 wurde schließlich die Küche ausgebaut.

Im Jahr 2013 verkaufte Helga Costner die Berghütte, auf der sie, ihr Vater und ihre Schwestern so viele Jahre lang tätig gewesen waren. Bei der Frage danach, ob es ihr leid getan habe, auf der Crëp de Munt aufzuhören, meint sie einfach: „Ja und nein."

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